Studie Korea I
Lee KH, Lee DJ, Kim SM, Je SH, Kim EK, Han HS, Han IK. Evaluation of Effectiveness and Safety of Natural Plants Extract (Estromon®) on Perimenopausal Women for 1 Year. J. of Korea Society of Menopause. Vol. 11 No.1, March 2005, p. 1–11.
Studiendesign
randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie
Primärer Endpunkt: Verbesserung der menopausalen Symptome
Sekundärer Endpunkt: Evaluation der Wirksamkeit (Knochendichte, Serum Osteocalcin, Serum ALP etc.)
Studienort
School of Medicine, Sungkyunkwan University, Samsung Cheil Hospital (Seoul, Korea)
Studiendauer
primärer Endpunkt (klimakterisches Syndrom): zwölf Wochen,
sekundärer Endpunkt und Safety: 52 Wochen (Mai 2003 – April 2004)
Dosierung
514 mg täglich als EstroG-100®
Studienteilnehmerinnen
24 Personen in Placebo-Gruppe und 19 in Behandlungsgruppe (48 wurden aufgenommen, davon sechs Drop-outs)
Einschlusskriterien
diagnostiziertes menopausales Syndrom, Alter zwischen 46 und 66 Jahren (Durchschnittsalter = 54)
Einleitung/Hintergrund
Aufgrund der Berichte aus der WHI-Studie zur Risikoerhöhung für das Auftreten von Brustkrebs, Herzerkrankungen, Schlaganfall und Thrombose durch eine Hormontherapie und der FDA-Warnung vor einer Langzeiteinnahme einer Östrogen-Ersatztherapie sowie der fehlenden Zulassung von Phytoöstrogenen in Korea war es im Jahr 2003 das Ziel dieser klinischen Studie, ein Extrakt aus drei natürlichen Pflanzen auf seine Wirksamkeit und Sicherheit bei Frauen mit Wechseljahresbeschwerden zu untersuchen.
Design
Prospektive, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte klinische Studie an Frauen über 45 Jahren mit Wechseljahresbeschwerden, die über 48 Wochen zweimal täglich zwei Kapseln mit dem Verum (Estromon® = EstroG-100®) oder Placebo (Maisstärke) erhielten.
- Primärer Endpunkt: Veränderung der Wechseljahresbeschwerden nach drei Monaten Kapseleinnahme
- Sekundärer Endpunkt: Veränderung der einzelnen Variablen nach zwölf Monaten Kapseleinnahme
Dokumentiert wurden das Alter, Schwangerschaften und Menopause-Daten der Frauen sowie die Größe, das Gewicht, der Taillenumfang, der Body-Mass-Index, der Blutdruck, der Puls, die Compliance bezüglich Studienmaterial und zusätzliche Komedikationen zu definierten Zeitpunkten nach einem, drei, sechs, neun und zwölf Monaten bei einem Besuch im Krankenhaus, wobei das Östrogen, FSH, hGH, Cholesterol, LDL, HDL, AP, Osteocalcin, die Triglyceride, die Knochendichte und allgemeine hämatologische Parameter bestimmt und Interviews zur Verbesserung der Wechseljahresbeschwerden innerhalb von drei Monaten geführt wurden.
Ergebnisse
48 Frauen über 45 Jahren mit Wechseljahresbeschwerden wurden zwischen 2003 und 2004 in die Studie eingeschlossen. Von diesen erhielten 24 Frauen Estromon® und 24 Maisstärke als Placebo für 48 Wochen. 42 Patientinnen konnten in die komplette Endauswertung eingeschlossen werden. Von den Drop-outs verließen fünf die Studie aus persönlichen Gründen und eine, weil sie Hauterscheinungen aufwies. Aus der Studiengruppe wurden 19 Patientinnen und aus der Placebo-Gruppe 23 Frauen ausgewertet. Das mittlere Alter betrug 54 Jahre mit einer Spannweite von 46 bis 66 Jahren. Bei der Basisuntersuchung zum Start der Studie zeigten sich bis auf eine höhere mittlere Knochendichte in der Verum-Gruppe keine signifikanten Unterschiede bei den biophysikalischen Profilen.
Primärer Endpunkt:
Drei Monate nach dem Start der Studie zeigten 14 von 24 Frauen in der Verum-Gruppe, aber nur fünf von 23 Frauen in der Placebo-Gruppe Verbesserungen in ihren klimakterischen Symptomen (signifikant mit einer Odds-Ratio von 5,04). Unter den Frauen, die bereits Symptome beim Basis-Assessment zeigten, war der Unterschied nicht signifikant (4/7 vs. 5/6).
Sekundärer Endpunkt:
Die Knochendichte des Femurhalses war nach zwölf Monaten signifikant höher in der Verum-Gruppe (p0,05), während sie in der Placebo-Gruppe signifikant abfiel (p0,05). Das Serum Osteocalcin war nach zwölf Monaten signifikant niedriger in der Verum-Gruppe (p-Werte in der Tabelle nicht eindeutig) und signifikant höher in der Placebo-Gruppe (p0,05). Die Serum-alkalische Phosphatase war signifikant niedriger in der Verum-Gruppe (p0,05). Das Serum hGH stieg sowohl in der Verum- als auch in der Placebo-Gruppe nach zwölf Monaten signifikant an, in der ersten Gruppe um 268 % und in der zweiten um 42 % (p0,05). Die Serum-Triglyceride fielen in beiden Gruppen, nicht-signifikant in der Placebo-, signifikant in der Verum-Gruppe, nach zwölf Monaten (p0,05).
Das Serum-Cholesterol zeigte nach zwölf Monaten keine Unterschiede in beiden Gruppen, ebenso wenig wie der Blutdruck, das Östrogen, das Gewicht, der BMI, das FSH, das LDL, das HDL oder die Knochendichte der Wirbelsäule.
Schlussfolgerung der Verfasser:innen
Die Verfasser:innen schlussfolgern, dass Estromon® eingesetzt werden kann, um klimakterische Symptome wie Hitzewallungen, Gelenkschmerzen und Schweißausbrüche zu lindern ohne die üblichen Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Zunahme des BMI oder der Serum-Triglyceride.
Bewertung/Fazit
Die prospektive, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte klinische Studie zeigt an einer zwar kleinen Fallzahl, jedoch relativ eindeutig die Wirkung des Pflanzenextrakts auf klimakterische Symptome, wobei diese leider nicht weiter quantifiziert (sondern nur Verbesserung ja/nein) und die Symptome nicht einzeln aufgeführt und analysiert werden. Dafür werden detailliert mögliche Auswirkungen auf den Knochen-, Leber- und Hormonstoffwechsel durch die Bestimmung zahlreicher Serum-Parameter und damit typische Nebenwirkungen einer Hormontherapie ausgeschlossen, interessanterweise zeigte sich in der Studiengruppe sogar eine Verbesserung der Knochendichte des Femurhalses.